Der prekäre Nexus: Nachhaltigkeit – Klima – Frieden

Im Rahmen der ARTS Lectures zu den Sustainable Development Goals (SDGs) an der Universität Bonn hielt Corinna Hauswedell am 14. Juni 2018 einen Vortrag zum Thema: Peace and Sustainability – A Disparate Relationship? Eines ihrer Plädoyers lautete: Das am meisten umstrittene SDG 16 zu Frieden, Gerechtigkeit und wirksamen Institutionen müsse stärker mit den aktuellen Debatten um das neue internationale Wettrüsten und einen dringenden Kurswechsel in Richtung Abrüstung verbunden werden. Den Volltext des Vortrages finden Sie hier.

Vor dem EU-Gipfel: Neue Verantwortung? Nicht militärisch!

Seit Amtsantritt der neuen (alten) Bundesregierung hat die Weltpolitik weitere Volten geschlagen. Der US-Präsident vagabundiert von der Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran zur Inszenierung eines neuen „Deals“ mit Nordkorea und tritt einen Handelskrieg los: „America first“ war ernstgemeint und die zerrissenen Europäer, Deutschland in der Mitte, müssen über ihre „Verantwortung“ in der Welt ernsthaft nachdenken. PESCO ist kein italienisches Fischgericht, sondern ein neuer Versuch militärischer Sicherheitspolitik in der EU. Aber muss man wirklich immer mehr Waffen zum Einsatz bringen, um in Konflikten erfolgreich „mitzuspielen“? Oder wird so kluge Diplomatie und Mediation nicht vielmehr konterkariert? Bisher keine kreativen Ideen zur Friedensförderung in Sicht zwischen Berlin und Paris. Corinna Hauswedell plädiert im Sonderheft 52 der Politischen Vierteljahresschrift (PVS) (Volltext) dafür, die Verantwortungsdebatte politisch-ethisch zu unterfüttern und ihre militärische Konnotation radikal in Frage zu stellen.

20 Jahre Belfaster Friedensabkommen – und jetzt (Br)exitus?

Am 10. April vor 20 Jahren endete der Bürgerkrieg in Nordirland; das Good Friday Agreement wurde in Belfast unterzeichnet, Frieden zwischen den nordirischen Konfliktparteien aber auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Irland und Großbritannien sollten auf den Weg kommen. Doch sind die Akteure mittlerweile versöhnlicher miteinander oder ist die damalige Feindschaft immer noch zu spüren? Was würde der Brexit für den fragilen Prozess bedeuten? Corinna Hauswedell nahm Stellung im Interview auf Bremen Zwei, Der Morgen am 10.4.2018.

Nordirland und BREXIT – ungelöstes Konfliktpotenzial

Wird der ohnehin Kalte Frieden in Nordirland im zwanzigsten Jahr des Belfaster Friedensabkommens durch den britischen Kurs zur Umsetzung des BREXIT zusätzlich bedroht? Dieser Frage geht Corinna Hauswedel in einem Beitrag für die Zeitschrift Wissenschaft und Frieden  (W&F) 4-2017  (Volltext) nach: „Der nordirische Friedensprozess mit dem Belfaster Abkommen von 1998 galt vielen als Modell für eine gelungene Bearbeitung eines Gewaltkonflikts. Doch die Konfliktursachen werden weiterhin nur halbherzig adressiert, und die Belfaster Regionalregierung ist Anfang 2017 zerbrochen. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit), der beim Referendum von einer Mehrheit der NordIrinnen auch deshalb abgelehnt wurde, weil er die EU-Grenze zwischen dem Norden und dem Süden der Insel (wieder) errichten würde, hätte das Potential, den ohnehin schon »Kalten Frieden« zusätzlich zu gefährden und alte Gräben wieder aufzureißen. Die schwache britische Premierministerin Theresa May muss sich nun bei der Umsetzung des Brexit ausgerechnet auf die zehn Abgeordneten der erzkonservativen unionistischen Partei Nordirlands, DUP, stützen….“

Friedensgutachten an der LMU München, 22. Juni 2017

Im Rahmen des Seniorenstudiums an der Ludwig-Maximilians-Universität München stellte Dr. Corinna Hauswedell am 22. Juni 2017 in der Reihe „Religion und Philosophie“ die Stellungnahme der Herausgeber des diesjährigen Friedensgutachtens vor; es folgte eine lebhafte Diskussion im Rahmen der gutbesuchten Vorlesung.

Das Friedensgutachten 2017 ist am 30. Mai 2017 erschienen und wurde in der folgenden Woche in den einschlägigen Ministerien, Bundestagsausschüssen und bei den Fraktionen der Parteien vorgestellt, um die Empfehlungen der Friedens- und Konfliktforschung auch in die Wahlkampfdiskussionen einzubringen.

„Mehr Verantwortung für den Frieden“, 26. Mai 2017, Evangelischer Kirchentag, Berlin

Unter dem Titel „Mehr Verantwortung für den Frieden – Deutsche Außenpolitik in Zeiten des Umbruchs“ wird am 26.5.2017 auf dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin eine Podiumsdiskussion mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel stattfinden, wo über die Rolle Deutschlands in internationalen Konflikt- und Krisenzeiten gesprochen werden wird. Auf dem Podium sind ebenfalls vertreten: Dr. Agnes Abuom, Vors. Zentralausschuss Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK), Nairobi/Kenia, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt/M. und Renke Brahms, Friedensbeauftragter Ev. Kirche in Deutschland (EKD), Bremen; Moderation: Dr. Corinna Hauswedell.

„Deutschland sollte sich militärisch zurückhalten“

Corinna Hauswedell gab im April 2017 ein Interview mit „bild der wissenschaft“: Die Historikerin und Mitherausgeberin des Friedensgutachtens berichtet, was Friedensforschung heute ist, wie Frieden in Syrien möglich wäre und was sich gegen den Islamischen Staat tun ließe (…). Das ganze Interview zum Nachlesen hier. Ebenfalls erschienen in der Printausgabe der „bild der wissenschaft“ (5/17): „Die Friedensflüsterer – Wissenschaftler finden Wege, wie Politiker Konflikte gewaltfrei lösen können“: In diesem Artikel widmet sich die Autorin Karin Schlott auch dem Friedensgutachten. Zum Heft

„Neue deutsche Verantwortung“? Podiumsgespräch München, 16. Februar 2017

Im Vorfeld der diesjährigen Sicherheitskonferenz lud die Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern“ e.V. in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung zu einer Bilanz der Debatte über „Neue deutsche Verantwortung“ ein. Auf dem Podium am 16.2.2017 im gutbesuchten Movimento München diskutierten Dr. Corinna Hauswedell, Mitherausgeberin des Friedensgutachtens, FEST Heidelberg, Prof. em. Dr. Hanns Maull, Außenpolitik und internationale Beziehungen, Uni Trier und Dr. Ulrich Roos, Friedens- und Konfliktforschung, Uni Augsburg, moderiert von Dr. Thomas Mohr.

Religion und Gewalt – Workshop am ZMS der Bundeswehr, 16./17.11.2016

Unter dem Titel „Gewalt und Gewaltfreiheit in Judentum, Christentum und Islam“ fand am 16./17. November 2016 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam ein Workshop statt, der religiös motivierte Konflikte in Geschichte und Gegenwart thematisierte. Corinna Hauswedell beteiligte sich mit einem Vortrag: „Die politisch-religiöse Ambivalenz der nordirischen Konfliktgeschichte“. Weitere Referenten waren u.a. Micha Brumlik,  Amir Dziri, Angelika Dörfler-Dierken,Thomas Elßner, Heinz-Gerhard Justenhoven, Franz-Josef Overbeck, Anja Seiffert, Markus Thurau. Eine Publikation ist für Frühjahr 2017 geplant.

„PEACE LAB 2016 Krisenprävention Weiter Denken“ gestartet

„Die deutsche Politik vermittelt den Eindruck, es sei doch alles ganz gut, was sie in den Bereichen Krisenprävention und Friedensförderung unternimmt. Doch mit mehr Geld alleine ist es nicht getan – die neuen Leitlinien müssen die Gretchenfrage Militär kritisch reflektieren und aus beigelegten Konflikten besser lernen….“ dies und mehr twitterte Corinna Hauswedell am 28. Juli 2016 auf dem neu eröffneten Blog von PEACE LAB 2016.